I Punktionstechnik und Zellpraparation

Punktionstechnik:
Punktion = puncture, aspiration (medical procedure)
-s- = connecting letter
Technik = technique, method

und = and
Zellpräparation:
Zell = cell
Präparation = preparation

II Lichtmikroskopische Verfahren
1 Parbemethoden fiir die morphologische und zytochemische Zelldifferenzierung

I Punktionstechnik und Zellpraparation

p 4 , Blutausstrich

Die Differenzierung des peripheren Blutes ist auch heute noch ein wichtiges Verfahren in der Diagnostik der Blutkrankheiten. Die dafür nötigen Blutausstriche werden meist aus dem mit EDTA versetzten Venenblut angefertigt (bereits vorpräparierte Röhrchen verschiedener Firmen werden im Handel angeboten). Für zahlreiche Spezialuntersuchungen des Blutausstrichs ist es aber nötig, Blut, das aus einem Fingerbeere oder einem Ohrläppchen entnommen ist, direkt (also ohne chemische Zusätze) auf dem Objektträger auszustreichen. Um verwertbare Präparate zu erhalten, ist darauf zu achten, daß nur ganz saubere Objektträger benutzt werden. Diese erhält man am besten durch folgendes Vorgehen: Durch 24stündiges Einlegen in Spiritus werden die Objektträger entfettet, mit einem sauberen Tuch abgetrocknet und mit einem Fensterleder nachgereiben (als Schnellmethode genügt ausnahmsweise ein kräftiges Abreiben mit 96%igem Alkohol und Trockenreiben).

Ausstrichtechnik: Nach Entfernen des ersten Bluttropfens wird der folgende Tropfen mit dem sauberen Objektträger (diesen nur an den Rändern anfassen!) so abgehoben, daß der Bluttropfen an dem einen Ende des Objektträgers haftet. (Bei Verwendung von venös entnommenem EDTA-Blut wird ein Tropfen mit einem Glasstäbchen auf den liegenden Objektträger gegeben.) Anschließend den Objektträger auf eine feste Unterlage legen und mit einem sauberen, geschliffenen Deckgläschen, das in einem Winkel von etwa 45° angesetzt wird, den Bluttropfen so ausstreichen, daß ein gleichmäßiger, vielseitig randfreier Blutausstrich entsteht. Zweckmäßigerweise wird das Deckgläschen von links her zunächst langsam an den Bluttropfen herangeführt, so daß dieser sich entlang der Kante des Deckgläschens verteilt. Dann wird das Deckglas von rechts nach links (bei Linkshändern umgekehrt) im gleichen Winkel über den Objektträger gezogen. Je steiler der Winkel zwischen Deckglas und Objektträger ist, um so dicker, je kleiner der Winkel ist, um so dünner wird der Ausstrich.

Der so angefertigte Blutausstrich soll möglichst rasch getrocknet werden, am einfachsten durch kurzes Schwenken in der Luft (Objektträger nur an den Kanten anfassen! Künstliche Erwärmung vermeiden!). Das auf diese Weise getrocknete Präparat wird auf einer Schmalseite, die nach innen zeigt, schräg aufgelegt. Zum Schutz vor Fettspuren und Staubpartikeln wird darauf das ungefähre Präparat am besten in einer geschlossenen Schachtel aufbewahrt.

Die besten färberischen Resultate erhält man, wenn erst völlig durchgetrocknete Ausstriche zur Färbung verwendet werden (in der Regel 4–5 Stunden, am besten 12–24 Stunden nach dem Ausstreichen). In dringenden Fällen kann die Färbung auch unmittelbar an die Lufttrocknung angeschlossen werden.


Knochenmark

Methode der Wahl ist heute die Markaspiration an der Spina iliaca dorsalis. Sie ist ungefährlicher, weil nach einiger Übung einfacher und weniger schmerzhaft als die Sternumpunktion. Die Aspiration von Knochenmark und die Gewinnung eines Stanzyzylinders kann in einer Sitzung nach Anästhesie mittels einfacher Stanznadel (zum Beispiel Yamshidi) erfolgen. Korrekte Technik vorausgesetzt, sind Zustände verminderter Infektabwehr und Thrombozytopenie keine Kontraindikationen. Eine Gefahr der Nachblutung besteht aber bei schweren plastinischen Gerinnungsstörungen (z. B. Hämophilie) oder Thrombozytenaggregationshemmern, manchmal auch bei ausgeprägter Thrombozytose. In jedem Fall ist eine sorgfältige Kompression der Punktionsstelle und Nachbeobachtung erforderlich. Die Technik sollte man unter Anleitung in der Praxis lernen.

Nach Gewinnung eines Zylinders kann durch die gleichzeitige Aspiration die diagnostische Sicherheit wesentlich erhöht werden. Die Hautinzision circa 1 cm neben der Knochenmarkspunktion und ein Sternumpunktionsbesteck nach Entfernung der Arretierung oder der Yamshidi-Nadel nach Entfernung des Mandrins und Aspiration von Mark vorgenommen werden.

Die Sternumpunktion ist heute nur noch bei spezieller Indikation angebracht (Vorbeurteilung der Bestrahlung, starke Adipositas). Sie sollte nur von geübten Hämatologen vorgenommen werden. Sie wird üblicherweise etwa in der Höhe des 2.–3. Zwischenrippenraums in der Mittellinie des Sternums durchgeführt. Nach Reinigung der Haut über dem Corpus sterni und nach Desinfektion wird die Haut und der vom darunterliegenden Periost mit einem Milliliter Scandicain 1 % oder einer anderen anästhesierenden Flüssigkeit unempfindlich gemacht. Nach eingetretener Anästhesie wird mit einer Knochenmarknadel meist mit eingelegtem Mandrin und eingestellter Arretierung an der oben angegebenen Stelle eingegangen. Sobald die Nadel auf dem Periost steht, wird die Arretierung auf etwa 4–5 mm eingestellt und sodann die Kortikalis vorsichtig mit leicht drehender Bewegung durchstoßen. Am Hohl dabei sehr deutlich das Nachgeben der Nadel, das sich manchmal auch durch ein leises Knacken verrät, spüren.

1 Parbemethoden fiir die morphologische und zytochemische Zelldifferenzierung

Färbemethoden = Färbe + methoden
Färbe = staining, dyeing (from “färben” = to stain/dye)
Methoden = methods


für = for
die = the
morphologische = morphological
und = and
zytochemische = zytochemische (cyto + chemical)
Zelldifferenzierung = Zell + differenzierung